Interview mit Schiedsrichter Timo Walther

Geschrieben von: like2print.de

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Lesezeit 6 min

Interview mit Timo Referee

In der faszinierenden Welt des Fußballs spielen Schiedsrichter eine entscheidende Rolle – eine Aufgabe, die neben Fachwissen auch Mut und Leidenschaft erfordert. Gerade in jungen Jahren diese Verantwortung zu übernehmen, ist beeindruckend. Mein heutiger Interviewgast, Timo Walther, ist erst 14 Jahre alt und dennoch schon fest in der Schiedsrichterei verankert. Er pfeift für den FC Ulzburg e.V. in Henstedt-Ulzburg und gibt auf seinen Social-Media-Kanälen unter dem Nickname timo.referee spannende Einblicke in seinen Alltag als junger Referee.

Auf like2print.de erzählt Timo in diesem Interview, wie er seine Begeisterung für die Schiedsrichterei entdeckt hat, welche Herausforderungen er auf dem Platz meistert und was ihn motiviert, am Ball – oder besser gesagt, an der Pfeife – zu bleiben.

Timo SRA

"Ich würde allen, die mit der Schiedsrichterei anfangen wollen, raten: lasst euch niemals unterkriegen, auch wenn ihr Fehler macht. Denn Fehler passieren und man lernt aus ihnen. Werdet Teil dieses wunderbaren Hobbys!"

Timo Walther

Hi Timo und vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, um mit uns über deinen Werdegang und deine Ziele zu sprechen! Was hat dich dazu bewegt, in deinem jungen Alter Schiedsrichter zu werden? Gab es ein Schlüsselerlebnis oder eine bestimmte Person, die dich inspiriert hat?

Ich bin Schiedsrichter geworden, weil mein früherer Trainer einmal ein nicht angesetztes Jugendspiel in unserem Verein gepfiffen hat. Er ist selbst Schiedsrichter und inzwischen sogar Ansetzer. Das fand ich damals ziemlich spannend und wollte es unbedingt auch einmal ausprobieren. Zwei Wochen später, im Alter von 11 Jahren, habe ich dann mein allererstes Spiel als Schiedsrichter in der F-Jugend geleitet.

Wie war es für dich, als so junger Schiedsrichter in den Fußballbetrieb einzusteigen? Hast du Herausforderungen erlebt, gerade im Umgang mit älteren Spielern, Trainern und Zuschauern?

Als ich meine ersten Spiele als Schiedsrichter leitete, verspürte ich immer einen großen Respekt vor der Aufgabe und hatte Angst, bloß keine Fehler zu machen. Deshalb traute ich mich zunächst nicht, E-Jugend-Spiele zu pfeifen, da ich mir diese Herausforderung noch nicht zutraute. Bei einem Turnier, bei dem ich als Schiedsrichter im Einsatz war, sprach mich dann ein erfahrener Schiedsrichter an und ermutigte mich: „Pfeif doch mal D-Jugend! Das traust du dir locker zu!“ Also wagte ich es und leitete mein erstes Spiel mit Spielern, die 1-2 Jahre älter waren. Es war schon ein deutlicher Unterschied zur F-Jugend, vor allem weil die Spieler viel größer waren, aber das machte mir überraschenderweise gar nicht so viel aus. Für mich ist es eher so: Wenn ich etwas noch nie gemacht habe, probiere ich es eben aus. Glücklicherweise hatte ich bisher kaum ernsthafte Probleme mit Zuschauern, Spielern oder Trainern.

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Die Schiedsrichterei hat mich als Person total geprägt. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen selbstbewusst zu treffen und mit Kritik umzugehen – Fähigkeiten, die mir auch in der Schule und im Freundeskreis helfen. Außerdem glaube ich, dass mir diese Erfahrungen später beruflich viele Türen öffnen können.


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Timo Walther SR

Wie gehst du damit um, wenn du auf dem Platz von Spielern oder Trainern nicht ernst genommen wirst? Was hilft dir, in solchen Situationen um als Schiedsrichter souverän zu bleiben?

Wenn ich nicht ernst genommen werde, ignoriere ich das und mache einfach weiter mein Ding. Ich ahnde Fouls so, wie ich es für richtig halte und wie es dem Regelwerk entspricht.

Wie schaffst du es, Schule, Hobbys und deine Aufgaben als Schiedsrichter unter einen Hut zu bekommen? Ist es manchmal stressig, alles unter einen Hut zu bringen?

Ich schaffe es eigentlich ganz gut, alles unter einen Hut zu bekommen. In der Schule komme ich gut zurecht, da wir auf unserem Gymnasium kaum Hausaufgaben aufbekommen. Nur für die Arbeiten muss ich mir dann gelegentlich etwas mehr Zeit nehmen. Ich würde sagen, dass es so gut wie nie wirklich stressig wird.

Welche Fähigkeiten und Stärken, die du als Schiedsrichter entwickelt hast, helfen dir auch in anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel in der Schule oder im Alltag?

Ich kann mich in vielen Situationen, zum Beispiel in der Schule, sehr gut konzentrieren und gehe meistens auch reflektiert mit Kritik um.

Was sind deine Ziele und Wünsche für deine Schiedsrichterkarriere? Gibt es bestimmte Ligen oder Turniere, bei denen du eines Tages pfeifen möchtest?

Mein Ziel ist es, irgendwann in der Bundesliga zu pfeifen und vielleicht sogar internationale Spiele zu leiten.

Gab es bisher einen besonders herausfordernden oder unvergesslichen Moment als Schiedsrichter, an den du dich noch gut erinnerst?

Ja, den gibt es. Mein erster Einsatz in der C-Jugend-Landesliga war ein besonderer Moment für mich. Alles ging sehr schnell nach meiner Schiedsrichterprüfung, vor allem weil ich den Ansetzer gut kenne. Ich habe zügig meine ersten Spiele gepfiffen und dann auch rasch Einsätze in der Junioren-Landesliga bekommen – ein kleiner, aber bedeutender Meilenstein.

Was würdest du anderen jungen Leuten raten, die überlegen, Schiedsrichter zu werden? Gibt es etwas, das du ihnen gerne mit auf den Weg geben würdest?

Ich würde allen, die mit dem Schiedsrichterwesen anfangen möchten, raten: Lasst euch niemals unterkriegen, auch wenn ihr Fehler macht – Fehler passieren und man lernt aus ihnen. Entscheidet immer so, wie ihr es selbst gesehen habt, und lasst euch nicht von Spielern, Trainern und Zuschauern beeinflussen, die behaupten, es besser zu wissen. Ihr seid die Schiedsrichter und entscheidet so, wie ihr es für richtig haltet. Werdet Teil dieses wunderbaren Hobbys!

Was gefällt dir am meisten am Schiedsrichtersein? Gibt es bestimmte Aspekte des Spiels oder der Aufgabe, die dir besonders viel Spaß machen?

Am besten gefällt mir, dass man immer ein Teil des Spiels ist und selbst entscheiden kann, was man für richtig hält. Mir macht die Schiedsrichterei einfach unglaublich viel Spaß :)

Wie stellst du dir die Zukunft vor – willst du die Schiedsrichterei weiterhin als Hobby verfolgen oder hast du auch größere Ambitionen, vielleicht sogar professionell?

Ich möchte gerne so hoch und professionell wie möglich pfeifen. Dafür gebe ich alles!

Wie gehst du mit Social Media in Verbindung mit deinem Schiedsrichterdasein um? Hast du bestimmte Ziele, was du dort erreichen möchtest, und wie zeitaufwendig ist es für dich, Inhalte zu erstellen und auf Plattformen präsent zu sein?

Mir hilft es tatsächlich, vor oder nach dem Spiel Dinge aufzunehmen, um ein wenig Stress abzubauen. Der Zeitaufwand hält sich in Grenzen, solange ich nicht ständig mit anderen Sachen am Handy beschäftigt bin. Ich möchte mir eine Reichweite aufbauen, um auch andere junge Menschen davon zu überzeugen, Schiedsrichter zu werden. Ich strebe an, es ähnlich wie andere bekannte Influencer zu machen, jedoch mit dem Ziel, in die Bundesliga oder höher zu gelangen.

Vielen Dank, Timo, für das spannende Interview und die Einblicke in deine Erfahrungen als junger Schiedsrichter! Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Leidenschaft und Entschlossenheit du in deinen Weg steckst. Ich wünsche dir viel Erfolg für deine weitere Karriere – möge dein Traum, in der Bundesliga zu pfeifen, bald Wirklichkeit werden!


Folgt Timo auf Instagram unter timo.referee, um ihn auf seinem aufregenden Weg zu begleiten und keine seiner spannenden Entwicklungen zu verpassen. Außerdem bietet Timo interessante Rabatte für Schiedsrichter-Artikel auf like2print.de an.


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